Dienste für die Meteorologie

serving meteorology

Im EZMW werden Ressourcen aus allen seinen Mitglieds- und Zusammenarbeitsstaaten zusammengeführt, sodass das EZMW für seinen Arbeitsbereich  weltbeste Wettervorhersagen, spezialisierte Software und das größte meteorologische Datenarchiv der Welt bereitstellen kann.

Ein umfangreiches Ausbildungsprogramm erleichtert die wissenschaftliche Zusammenarbeit und befähigt die Nutzer, die Produkte des EZMW bestmöglich einzusetzen.

Das EZMW arbeitet mit allen Akteuren im Bereich der Meteorologie zusammen, einschließlich der Weltorganisation für Meteorologie, den Weltraumagenturen sowie Universitäten auf der ganzen Welt.

Mitgliedsstaaten

Zusammen mit unseren Mitglieds-  und Zusammenarbeitsstaaten arbeiten wir eng an der Weiterentwicklung unserer Modelle, der Entwicklung von neuen Produkten sowie an der Evaluierung und Diagnose der Vorhersagegüte zusammen.

Schwerpunkte:

  • Verbesserung der Nutzung und Bearbeitung von Beobachtungen
  • Überprüfung von Satellitendaten und Nutzung dieser Daten in der Datenassimilation
  • Nicht-hydrostatische dynamische Kerne
  • Modellierung von physikalischen Prozessen
  • längerfristige Vorhersage
  • Ensembles aus mehreren Modellen
  • Zusammensetzung der Atmosphäre
  • Verifizierungsmethoden für Unwettervorhersagen
  • Reanalyse
  • Vorhersagbarkeit und Quellen des Vorhersagefehlers
  • Modellierung des Geosystems (Atmosphäre, Landoberflächen, Ozeane und Kryosphäre)
  • Anwendung von Wettervorhersagen in verschiedenen Sektoren

Wir unterstützen Forscher in den Mitgliedsstaaten bei der Nutzung der Vorhersagen und Ressourcen des EZMW und setzen uns dafür ein, die bereits gute Zusammenarbeit mit Universitäten noch weiter zu stärken.

Das EZMW ist ein wichtiger Bestandteil der europäischen meteorologischen Infrastruktur, die aus EUMETNET, EUMETSAT und dem Zentrum besteht. Mit ihr werden Ressourcen und Kapazitäten gebündelt, um die nationalen Wetterdienste bei der Erfüllung ihrer amtlichen Aufgaben zu unterstützen.  Der Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit mit EUMETNET liegt auf dem Beobachtungssystem EUCOS, das wir überwachen und für das wir globale Beobachtungssystem-Experimente durchführen. Wir suchen nach Synergien zwischen unserer Arbeit an der globalen Reanalyse und den regionalen Reanalysen, die von EUMETSAT durchgeführt werden.

Ein Multimodell-Jahreszeitenvorhersagesystem (EUROSIP) basiert auf Vorhersagen des EZMW, des britischen Met-Office, sowie von Météo-France und NCEP (USA). Mit diesem System können mehrere Wochen im Voraus Vorhersagen von Wetterlagen mit großen Auswirkungen erstellt werden, wie zum Beispiel Hitzewellen und Kälteperioden, Dürren und Niederschlagsanomalien, die sich auf Ernteerträge und das Auftreten von Krankheiten, wie etwa Malaria-Epidemien in Teilen Afrikas, auswirken.

Für kurzfristige Vorhersagen (die die Wetterlage in den nächsten Stunden bis nächsten Tagen voraussagen) werden Ausschnittsmodelle mit sehr hoher Auflösung benötigt, die von den nationalen Wetterdiensten betrieben werden, die hierfür oft vom EZMW erstellte Randbedingungen verwenden.  Mit dem SRNWP-Projekt unterstützen wir die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, die an der Entwicklung von numerischen Modellen für kurzfristige Wettervorhersagen arbeiten.  Solche Modelle werden meist als Gemeinschaftsprojekte von den drei großen europäischen Konsortien (ALADIN, HIRLAM und COSMO) und dem britischen Met Office (als Teil des  „Unified Model“) entwickelt.

Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

Das EZMW arbeitet eng mit der WMO zusammen, mit der es auch ein offizielles Zusammenarbeitsabkommen abgeschlossen hat.  Die WMO hat dem EZMW folgende Funktionen zugewiesen:

  • regionales spezialisiertes meteorologisches Zentrum (RSMC) für mittelfristige Vorhersagen
  • globales Produktionszentrum (GPC) für langfristige Vorhersagen
  • Leitzentrum für die Verifizierung der deterministischen NWV („Lead Centre for Deterministic NWP Verification” - LC-DNV)
  • Leitzentrum für die Überwachung von Beobachtungen der oberen Luftschichten („Lead Centre for upper-air observation monitoring“)

Wir beteiligen uns am Demonstrationsprojekt für die Unwettervorhersage (SWFDP) der WMO und übernehmen hierbei die Rolle eines globalen Zentrums.  Im Rahmen dieses Projekts gewähren wir Zugriff auf unsere globalen Vorhersageprodukte aus dem hochaufgelösten System und dem Ensemble-System (HRES und ENS), um mittels Kaskadennutzung die nationalen Wetterdienste in Entwicklungsländern und den am wenigsten entwickelten Ländern zu unterstützen.

Darüber hinaus leisten wir Beiträge zu Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Sachverständigengruppen der WMO, besonders zu Themen, die mit der Weltwetterwacht zusammenhängen. Wir unterstützen darüber hinaus das Weltwetter-Forschungsprogramm (WWRP) und tragen aktiv zur Arbeit der Ausschüsse für DAOS , S2S ,PPP  und WGNE  bei.

Zur Unterstützung des TIGGE-Projekts der WMO verwalten wir ein Archiv mit Ensemble-Vorhersagen von 10 globalen Zentren. Ziel dieses Projekts ist es, durch eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zwischen betrieblichen Zentren und Universitäten die Vorhersage von Wetterlagen mit großen Auswirkungen zu verbessern.  Alle Nutzer können für Forschungszwecke kostenlos auf unsere Vorhersagedaten zugreifen.  Derzeit arbeiten wir daran, das TIGGE-Archiv zu erweitern und in Europa erstellte regionale Ensemble-Vorhersagen darin aufzunehmen und ein Archiv für längerfristige (subsaisonale) Vorhersagen zu entwickeln, um das WMO-Projekt „Subsaisonale bis saisonale Vorhersagen“ zu unterstützen.

Weltraumagenturen

Heute stammen die meisten unserer Informationen über die aktuelle Wetterlage von Satelliten.  Unsere seit langem bestehenden Partnerschaften mit Weltraumorganisationen, insbesondere mit EUMETSAT und ESA, helfen uns, den größtmöglichen Nutzen aus Satellitendaten zu ziehen. Im Gegenzug liefern wir nützliches Feedback über die Qualität der Instrumente und erstatten regelmäßig Bericht über deren Beitrag zur globalen numerischen Wettervorhersage. Wir haben offizielle Zusammenarbeitsabkommen mit EUMETSAT und ESA abgeschlossen.

Darüber hinaus arbeiten wir auf wissenschaftlicher und technischer Ebene eng mit den Weltraumorganisationen in den Vereinigten Staaten (insbesondere mit NASA, NOAA und dem Verteidigungsministerium) und in Japan (JMA und JAXA) zusammen und haben auch ein Zusammenarbeitsabkommen mit dem Chinesischen Wetterdienst (CMA) abgeschlossen.

Europäische Kommission

Das EZMW arbeitet mit der Europäischen Kommission in vielfältiger Form zusammen.

Das EZMW  betreibt für die Europäische Union die Copernicus-Dienste Atmosphärenüberwachung (CAMS) und Klimawandel (C3S).  Es fungiert als Rechenzentrum von EFAS („European Flood Awareness System”), einer Komponente des Copernicus-Dienstes Katastrophenschutz (CEMS), der vom Gemeinsamen Forschungszentrum (JRC) der Europäischen Kommission betrieben wird.

Das EZMW erhält für eine Reihe von Projekten Fördermittel aus dem Rahmenprogramm der EU (H2020) Derzeit koordiniert das EZMW zwei Projekte:  ERA-CLIM2, im Rahmen dessen Forschungsarbeiten zu Reanalysen durchgeführt werden, und ESCAPE, das Teil des Programms Skalierbarkeit (Scalability Programme) des EZMW ist. Darüber hinaus koordinieren wir gemeinsam mit dem Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) das Projekt ESiWACE.

Das EZMW nimmt als Partner an sehr viel mehr Projekten teil, die insgesamt einen signifikanten Anteil der Forschungstätigkeiten des Zentrums darstellen.

Weitere Organisationen

Wir haben mit einer Reihe von internationalen Organisationen offizielle Zusammenarbeitsabkommen abgeschlossen:

  • Afrikanisches Zentrum für den Einsatz der Meteorologie zum Zweck der Entwicklung ( ACMAD)
  • Exekutivorgan des Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP)
  • Vorbereitungskommission der Organisation des Vertrags für das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO)
  • Regionales Integriertes Multi-Hazard Frühwarnsystem für Afrika und Asien (RIMES)
  • Nationaler Wetterdienst der Vereinigten Staaten von Amerika (US NWS)

Darüber hinaus arbeiten wir mit dem Internationalen Forschungsinstitut (IRI) zusammen, um die Jahreszeitenvorhersagen des Zentrums bestmöglich zu nutzen.

Klimawissenschaften

Wir arbeiten eng mit Europäischen Wissenschaftlern zusammen, die den Klimawandel erforschen.  Ein Schwerpunkt hierbei liegt auf der Klima-Reanalyse (climate reanalysis), bei der Informationen aus in der Vergangenheit gesammelten Wetterbeobachtungen mit modernen Vorhersagemodellen kombiniert werden, wobei Datenassimilationstechniken zum Einsatz kommen, die ursprünglich für die numerische Wettervorhersage entwickelt wurden. Dieses Verfahren erweist sich immer mehr als entscheidende Hilfe zum Verständnis der Grundlagen für zukünftige Klimawandel-Szenarien.

Geosystem-Modelle stellen derzeit das einzige Mittel dar, mit dem die Gesellschaft mit Informationen über das Klima der Zukunft versorgt werden kann.  Wir arbeiten mit dem EC-Earth-Konsortium zusammen, dessen Ziel darin besteht, ein neues Geosystem-Modell zu entwickeln. Langfristig soll ein vollständig gekoppeltes Modell (Atmosphäre, Ozeane, Landoberflächen, Biosphäre) geschaffen werden, um das Klima für Jahreszeiten und Dekaden im Voraus vorherzusagen und Klimaprojektionen zu erstellen.  Das vorgeschlagene Modell beruht auf dem Integrierten Vorhersagesystem des EZMW und zielt darauf ab, die neue Idee einer „nahtlosen Vorhersage“ anzuwenden.

Fellowship-Programm

Das sogenannte „Fellowship-Programm“ des EZMW wurde im Juli 2014 eingeführt. Mit ihm sollen Verbindungen zu Einzelpersonen gefördert und formalisiert werden, die bahnbrechende wissenschaftliche und technische Forschungsarbeiten in Bereichen durchführen, die für die strategischen Ziele des EZMW von Bedeutung sind.

Hauptpunkte

  • Fellows werden vom Direktorat des EZMW ernannt.
  • Nach der Anlaufphase sollen insgesamt etwa 10 Fellows dem Programm angehören.
  • Fellowships werden für 3 Jahre vergeben und können einmal um weitere 3 Jahre verlängert werden.
  • Fellows werden ermutigt, regelmäßig kurze Berichte über die wichtigsten Ergebnisse ihrer Arbeit vorzulegen, zur Veröffentlichung auf der Website des EZMW und in anderer geeigneter Form.
  • Fellows haben Zugriff auf die Rechenanlagen und Datenbanken des EZMW. Ihre Besuche am Zentrum zur Präsentation ihrer Forschungsarbeiten werden in begrenztem Umfang finanziell unterstützt.

Derzeitige Fellows

  • Professor Tilmann Gneiting
  • Professor Daniel Jacob
  • Professor Rupert Klein
  • Professor Tim Palmer
  • Professor Heini Wernli

Nationale meteorologische und hydrologische Dienste (NHMS)

Eine vollständige Liste der Namen und Webadressen der nationalen meteorologischen und hydrologischen Dienste der Mitglieds- und Zusammenarbeitsstaaten des EZMW ist auf der englischen Seite „Serving meteorology" verfügbar.

Wir haben offizielle Zusammenarbeitsabkommen mit mehreren Staaten, die nicht Mitglied des EZMW sind, und mit internationalen Organisationen abgeschlossen - siehe Offizielle Texte